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am 5. Mai 2015

70 Jahre Kriegsende: Bedenklicher Festredner

Daniela Grabe - Der polnische Ex-Präsident Lech Wałęsa, der bei einer Sondergemeinderatssitzung als Festredner auftritt, stellt die Würde homosexueller Menschen in Abrede.

Lech Walesa
Lech Wałęsa

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schließt sich die Stadt Graz offiziell dem Gedenken an die Befreiung vom NS-Terror und an die Millionen Opfer mit einer Sondergemeinderatssitzung am 7. Mai an. Das ist begrüßenswert, wurde dieses Gedenken doch bisher zumeist von privaten Initiativen getragen.

Höchst bedauerlich aber ist die Wahl des polnischen Ex-Präsidenten Lech Wałęsa als Festredner, denn ginge es nach ihm, sollten "homosexuelle Abgeordnete im Parlament in der letzten Reihe oder sogar draußen sitzen" – "nahe der Mauer oder sogar hinter der Mauer", so Wałęsa 2013 in einem Fernsehinterview.

„Während der NS-Zeit wurden über 100.000 homosexuelle Männer polizeilich erfasst, rund 50.000 wurden bis 1945 nach dem verschärften § 175 verurteilt, 15.000 wurden während der NS-Zeit in Konzentrationslager verschleppt und über die Hälfte der homosexuellen KZ-Häftlinge ermordet. Daher ist für uns Grüne ein Festredner, der bis heute Gleichberechtigung und Würde homosexueller Menschen so klar in Abrede stellt und damit menschenrechtliche und demokratische Grundstandards mit Füßen tritt, vollkommen fehl am Platz“, so die Grüne Gemeinderätin Daniela Grabe.

Stadträtin Lisa Rücker: „Der Sondergemeinderat wurde auch dazu einberufen, 70 Jahre Friede, Demokratie und Freiheit zu feiern.

Eine antidemokratische und ausgrenzende Haltung, wie Wałęsa sie vertritt, ist nicht geeignet, um junge Menschen für diese Werte zu begeistern.“
Lech Walesa
Lech Wałęsa

Der Grüne Gemeinderatsklub wird daher vor der Rede Wałęsas aus der Sondergemeinderatssitzung ausziehen und zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des NS-Terrors auf seinen Sitzen den „Rosa Winkel“ hinterlassen – jenes Zeichen, das homosexuelle Opfer in den Konzentrationslagern tragen mussten.


Foto: "Lech Walesa" von MEDEF auf Flickr, licensed under Creative Commons

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schließt sich die Stadt Graz offiziell dem Gedenken an die Befreiung vom NS-Terror und an die Millionen Opfer mit einer Sondergemeinderatssitzung am 7. Mai an. Das ist begrüßenswert, wurde dieses Gedenken doch bisher zumeist von privaten Initiativen getragen.

Höchst bedauerlich aber ist die Wahl des polnischen Ex-Präsidenten Lech Wałęsa als Festredner, denn ginge es nach ihm, sollten "homosexuelle Abgeordnete im Parlament in der letzten Reihe oder sogar draußen sitzen" – "nahe der Mauer oder sogar hinter der Mauer", so Wałęsa 2013 in einem Fernsehinterview.

„Während der NS-Zeit wurden über 100.000 homosexuelle Männer polizeilich erfasst, rund 50.000 wurden bis 1945 nach dem verschärften § 175 verurteilt, 15.000 wurden während der NS-Zeit in Konzentrationslager verschleppt und über die Hälfte der homosexuellen KZ-Häftlinge ermordet. Daher ist für uns Grüne ein Festredner, der bis heute Gleichberechtigung und Würde homosexueller Menschen so klar in Abrede stellt und damit menschenrechtliche und demokratische Grundstandards mit Füßen tritt, vollkommen fehl am Platz“, so die Grüne Gemeinderätin Daniela Grabe.

Stadträtin Lisa Rücker: „Der Sondergemeinderat wurde auch dazu einberufen, 70 Jahre Friede, Demokratie und Freiheit zu feiern.

Eine antidemokratische und ausgrenzende Haltung, wie Wałęsa sie vertritt, ist nicht geeignet, um junge Menschen für diese Werte zu begeistern.“

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schließt sich die Stadt Graz offiziell dem Gedenken an die Befreiung vom NS-Terror und an die Millionen Opfer mit einer Sondergemeinderatssitzung am 7. Mai an. Das ist begrüßenswert, wurde dieses Gedenken doch bisher zumeist von privaten Initiativen getragen.

Höchst bedauerlich aber ist die Wahl des polnischen Ex-Präsidenten Lech Wałęsa als Festredner, denn ginge es nach ihm, sollten "homosexuelle Abgeordnete im Parlament in der letzten Reihe oder sogar draußen sitzen" – "nahe der Mauer oder sogar hinter der Mauer", so Wałęsa 2013 in einem Fernsehinterview.

„Während der NS-Zeit wurden über 100.000 homosexuelle Männer polizeilich erfasst, rund 50.000 wurden bis 1945 nach dem verschärften § 175 verurteilt, 15.000 wurden während der NS-Zeit in Konzentrationslager verschleppt und über die Hälfte der homosexuellen KZ-Häftlinge ermordet. Daher ist für uns Grüne ein Festredner, der bis heute Gleichberechtigung und Würde homosexueller Menschen so klar in Abrede stellt und damit menschenrechtliche und demokratische Grundstandards mit Füßen tritt, vollkommen fehl am Platz“, so die Grüne Gemeinderätin Daniela Grabe.

Stadträtin Lisa Rücker: „Der Sondergemeinderat wurde auch dazu einberufen, 70 Jahre Friede, Demokratie und Freiheit zu feiern.

Eine antidemokratische und ausgrenzende Haltung, wie Wałęsa sie vertritt, ist nicht geeignet, um junge Menschen für diese Werte zu begeistern.“

Der Grüne Gemeinderatsklub wird daher vor der Rede Wałęsas aus der Sondergemeinderatssitzung ausziehen und zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des NS-Terrors auf seinen Sitzen den „Rosa Winkel“ hinterlassen – jenes Zeichen, das homosexuelle Opfer in den Konzentrationslagern tragen mussten.


Foto: "Lech Walesa" von MEDEF auf Flickr, licensed under Creative Commons

Der Grüne Gemeinderatsklub wird daher vor der Rede Wałęsas aus der Sondergemeinderatssitzung ausziehen und zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des NS-Terrors auf seinen Sitzen den „Rosa Winkel“ hinterlassen – jenes Zeichen, das homosexuelle Opfer in den Konzentrationslagern tragen mussten.


Foto: "Lech Walesa" von MEDEF auf Flickr, licensed under Creative Commons
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