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am 25. September

Nur mehr rund 10 Eichhörnchen im Stadtpark!

Andrea Pavlovec-Meixner - Im Frühjahr 2018 haben wir eine Studie in Auftrag gegeben, die den Eichhörnchen-Bestand im Grazer Stadtpark und am Schlossberg feststellen sollte. Nun liegen die Ergebnisse von Dr. Helwig Brunner und seinen MitarbeiterInnen des Ökoteam vor.

Nach vier verschiedenen Terminen auf acht Zählstrecken stand bald eines fest: es steht nicht gut um unsere Stadtpark-Hansis. Nur rund 10 Tiere leben im Stadtpark, zwischen 23 und 24 am Schlossberg. Der Eichhörnchen-Bestand am Schlossberg entspricht jenem vergleichbarer europäischer Areale, im Stadtpark sind es aber so gesehen sehr wenige Tiere.

Dies hat verschiedene Gründe:

  • Die Nahrungssituation ist besonders im Frühjahr im Stadtpark sehr schlecht und hat sich aufgrund des Baumverlusts nach dem Unwetter vom Juni 2018 noch verschlechtert.
  • Durch die zu intensive Parkpflege (Entfernung jeglicher Bodenstreu) gehen Zapfen, Nüsse, Kastanien, Kleintiere, etc. als Nahrungsquellen der Eichhörnchen verloren.
  • Der Straßenverkehr, besonders jener durch die Wilhelm-Fischer-Allee, bedeutet für einige Exemplare das Ende.
  • Die Verbindung zwischen dem Schlossberg und dem Stadtpark ist nicht ideal.
  • Der innerstädtische Grünraum ist weitestgehend isoliert und somit ein Individuen-Austausch unterbunden.​
„In den letzten Jahren gab es immer wieder Dis­ku­ssionen, dass der Eichhörnchen-Bestand im Grazer Stadtpark geringer ist als früher. Diese Vermutung wird in der Studie bestätigt, sie liefert nun endlich Daten wie es um unsere Stadtpark-Hansis steht. Nun haben wir eine gute Grundlage, um Maßnahmen zu planen, die den Eichhörnchen zugutekommen.“
Andrea Pavlovec-Meixner

Was braucht es nun laut der Studie des Ökoteam für das Comeback unserer Stadtpark-Hansis?

  • Eine Nachpflanzung im Stadtpark, welche sich an der Strategie und den Ergebnissen der Studie orientiert.
  • Alte Bäume dürfen nur im äußersten Notfall gefällt werden und eine Art „Naturwald“ müsste entstehen, so wie es am Schlossberg schon relativ gut funktioniert.
  • Die Verbindung zwischen dem Schlossberg und dem Stadtpark sollte im Sinne eines Korridors verbessert werden, damit der Austausch erleichtert wird. Der Grazer NaturErlebnisPark hat dazu bereits ein Projekt im Bereich des Paulustors angedacht.
  • Einige Bodenstreuflächen sollten im Stadtpark belassen und nicht schon im Frühjahr entfernt werden – diese könnten bewusst zu „Laubhäufen für die Eichhörnchen“ gemacht werden.

Wir bedanken uns bei Dr. Helwig Brunner und den MitarbeiterInnen des Ökoteam​ sowie auch bei den MitarbeiterInnen des NaturErlebnisPark​ und last but definitely not least bei allen engagierten Kindern und Jugendlichen, speziell der PfadfinderInnengruppe Graz 1​, die bei den Zählterminen voller Eifer mitgeholfen haben.​​

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