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am 30. Jänner

Armut bekämpfen heißt Perspektiven schaffen

Tina Wirnsberger - Grüne für bessere Unterstützung von Alleinerziehenden und Jugendlichen

Tina Wirnsberger und Judith Schwentner

Spitzenkandidatin Tina Wirnsberger und Nationalratsabgeordnete Judith Schwentner zeigten heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Graz den dringenden Handlungsbedarf zur Armutsbekämpfung bei Jugendlichen und Alleinerziehenden auf. „Armut ist kein individuelles Problem, sondern ein strukturelles. Es geht darum, die Lebensbedingungen für Betroffene so zu gestalten, dass sie wieder auf die Füße kommen und ein selbstbestimmtes Leben führen können“, erklärte Wirnsberger den Zugang der Grünen. „Graz hat eine hohe Lebensqualität, die für alle in dieser Stadt reicht.“

„Back to the future“ für 100 junge Grazerinnen und Grazer

Judith Schwentner zitierte den vor kurzem im Familienausschuss des Nationalrates präsentierten „7. Bericht zur Lage der Jugend in Österreich“. „Dieser hat deutlich hervorgebracht, dass zu den besonders armutsgefährdeten Jugendlichen jene zählen, die in Ballungszentren leben oder Migrationshintergrund haben oder lediglich einen Pflichtschulabschluss vorweisen können. Dort setzen die Grazer Grünen an“, so Schwentner. 2015 waren 2.400 Jugendliche von 15 bis 25 Jahren in Graz und Graz-Umgebung arbeitslos.

Mit dem Projekt „Back to the future“, das in Wien bereits erfolgreich ist, soll auch in Graz ein zweijähriges Pilotprojekt für 100 junge Grazerinnen und Grazer noch in diesem Jahr gestartet werden, geht es nach den Grünen. Mit diesem Projekt werden gezielt Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren durch ein intensives Berufsorientierungs- und Qualifizierungsprogramm in Lehre oder am ersten Arbeitsmarkt untergebracht und somit dauerhaft aus dem Mindestsicherungsbezug geholt. Das Projekt soll gemeinsam mit dem AMS und dem Land realisiert werden.

  • Junge Mindestsicherungs-BezieherInnen erhalten aus einer Hand alle ausbildungs- und arbeitsmarktpolitischen sowie sozialen Angebote nach dem Prinzip eines „One-Stop-Shop“.
  • Es gibt eine intensive Abklärungsphase, in der erhoben wird, welche Probleme bestehen, was an Qualifikationen erworben/nachgeholt werden kann und welche Qualifizierungsangebote passen.
  • Neben der Qualifizierung gibt es auch die Möglichkeit, über einen Transitarbeitsplatz wichtige Arbeitserfahrung zu sammeln und praktische Kenntnisse zu erwerben.
  • Parallel dazu gibt es Unterstützung bei Arbeitssuche, Bewerbungstraining etc.

Flexible Kinderbetreuung für Alleinerziehende

Eine zweite Gruppe, die massiv von Armut bedroht ist, sind AlleinerzieherInnen. 2015 lebten in der Steiermark 14.300 Alleinerziehende mit Kindern unter 15 Jahren. 90 Prozent von ihnen sind Frauen und 42 Prozent armutsgefährdet. „Neben fehlenden Unterhaltszahlungen, einem niedrigen Lohnniveau und unflexibler Kinderbetreuung hat auch die Wohnungsunterstützung NEU des Landes Steiermark einen weiteren Beitrag zur Armutsgefährdung der Frauen geleistet“, so Judith Schwentner. „Wir fordern, dass Unterhaltszahlungen und die Familienbeihilfe nicht länger in das Einkommen einberechnet werden dürfen, das über den Erhalt der Wohnunterstützung entscheidet!“

Als eine der zentralen Ursachen für die prekäre Situation von Alleinerziehenden sieht Tina Wirnsberger das mangelhafte Angebot an flexibler Kinderbetreuung. „Alleinerziehende werden besonders dann vor große Herausforderungen gestellt, wenn der Alltag von nicht Alltäglichem beeinflusst wird. Da genügt die Krankheit eines Kindes, eigene Krankheit oder das bloße Erledigen von Behördenwegen. Genauso problematisch sind berufliche Tätigkeiten von Alleinerziehenden, die in Schichtdiensten oder zu Arbeitszeiten stattfinden, die sich außerhalb der Öffnungszeiten von institutionellen Betreuungseinrichtungen bewegen“, erklärt Wirnsberger.

Es sei daher besonders dringend, bei der flexiblen Kinderbetreuung mit dem Fokus auf Alleinerziehende ein besseres Angebot zu erwirken. „Da geht es um die Möglichkeit spontaner individueller, stundenweiser Betreuung im eigenen Haushalt und vor allem auch um Bring- und Holdienste“, so Wirnsberger abschließend.

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