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am 15. September

Parklets für Graz

- Aus Parkraum mach Freiraum ​

Aus Parkraum mach Freiraum 

Wir haben den weltweiten Park(ing) Day* (15.09.2017) dazu genutzt, um in der Grazer Neutorgasse die Idee der Parklets Wirklichkeit werden zu lassen. „Parklets sind umgewidmete Autoabstellplätze, die als kleine Grünoasen vor der Haustür, als Plätzchen zum Tratschen, Entspannen, Jausnen oder Spielen, von AnrainerInnen selbst gestaltet und genutzt werden können“, erklärt Umweltstadträtin Tina Wirnsberger die grundsätzliche Idee, die ursprünglich aus San Francisco kommt und mittlerweile auch europäische Städte wie beispielsweise Wien erfolgreich erobert.

Was ist ein Parklet?

Geboren wurde die Idee, einen Parkplatz temporär zum öffentlichen Aufenthaltsraum aufzuwerten, 2005 in San Francisco. Das Künstlerkollektiv Rebar löste an einer Parkuhr für ein paar Stunden ein Ticket ​– und anstatt die Parkfläche für ein Fahrzeug zu nutzen, luden die InitiatorInnen vorbeikommende PassantInnen zum gemeinsamen Verweilen ein. Dieser Aktion folgten viele weitere, und mittlerweile verschönern zahlreiche Parklets das Stadtbild vieler Innenstädte weltweit. ​​

In der Praxis sieht es folgendermaßen aus: Die AnrainerInnen wenden sich mit einer Nutzungsidee und Plänen an die Stadt Graz. Erfüllen diese Pläne die notwendigen Voraussetzungen hinsichtlich der Lage, der gewünschten Aufbauten und der Nutzungsart, werden für die Verwirklichung ein bis zwei Autoabstellflächen kostenlos für ein Jahr zur Verfügung gestellt. Eine gewerbliche Nutzung ist selbstverständlich ausgeschlossen.

„Es geht uns darum in Stadtbereichen, wo es nur mehr wenig Grün- und Aufenthaltsräume gibt, den Menschen wieder ein Stück Platz zurückzugeben. Das belebt die Nachbarschaft, fördert den Austausch und ermöglicht kleine städtische Grüninseln direkt vor der Haustür.“ 

so Wirnsberger.​

Kurz gefasst: 

  • ​Das Parklet muss sich direkt vor dem Wohnhaus bzw. Vereinslokal des Antragstellers/der Antragstellerin befinden.
  • Das Parklet darf nicht gewerblich genutzt werden.
  • Errichtung und Erhaltung gehen auf Kosten und Haftung des Antragstellers/der Antragstellerin. (In Wien gibt es allerdings Förderungen für „Grätzeloasen“).
  • Die Gestattung gilt für maximal ein Jahr.
  • Die maximale Ausdehnung des Parklets darf nur ca. 10 Meter bzw. zwei Stellplätze betragen. ​

„Im Gegensatz zu abstrusen Tiefgaragenphantasien in der Innenstadt sind es genau solche Initiativen, die Unterstützung brauchen, weil sie wichtig sind für das Lebensgefühl und das Verständnis einer Stadt, die eine bessere Luft und mehr Lebensqualität für ihre Menschen erreichen möchte“

appelliert die Umweltstadträtin.

In Wien ist das Parklets-Projekt​ bereits ein voller Erfolg – mittlerweile gibt es dort 30 Parklets. „Wenn alle an einem Strang ziehen, können die ersten Parklets im nächsten Frühjahr bereits umgesetzt werden. „Ich bin als Umweltstadträtin bereit, die Begrünung der kleinen Stadtoasen finanziell zu fördern.“ Die Grünen werden diese Projektidee in die kommende Gemeinderatssitzung einbringen.

UPDATE: Unsere Verkehrssprecherin Tamara Ussner befragte im Gemeinderat die zuständige Stadträtin Elke Kahr, ob sie bereit sei, die Voraussetzungen für Parklets auch in Graz zu schaffen. Die Antwort fiel positiv aus, die Verkehrsstadträtin versprach eine Prüfung unseres Anliegens. Wir warten gespannt auf das Ergebnis, das bis Ende des Jahres vorliegen soll. 

Am 15.September 2017 findet zum 13. Mal der weltweite Park(ing) Day statt. Er wiederholt sich jährlich am 3.Freitag im September und ist ein internationaler Aktionstag, an dem KünstlerInnen, DesignerInnen, AktivistInnen und BürgerInnen einen abgegrenzten Parkplatz in eine Nutzfläche für Menschen verwandeln.

Weitere Informationen: https://www.streetlife.wien/parkle

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