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am 5. September

Grazer Grüne zur geplanten Innenstadtgarage

Tina Wirnsberger, Karl Dreisiebner - Mehr Platz für Menschen

TINA WIRNSBERGER: „Wir brauchen Platz für Menschen! – Für jeden Tiefgaragenplatz ein Parkplatz weniger an der Oberfläche!“


In ganz Europa wird unter Hochdruck daran gearbeitet, den Autoverkehr in den Städten zu reduzieren. Nicht so in Graz. Hier will die schwarz-blaue Stadtregierung weiterhin mit Vollgas Autofahren - und zwar im Rückwärtsgang.

 „Graz hat österreichweit die schlechtesten Luftwerte und ich habe keinerlei Verständnis dafür noch zu zögern, den Autoverkehr endlich zu reduzieren“


 reagiert die Grüne Umweltstadträtin Tina Wirnsberger auf den jüngsten Vorschlag der schwarz-blauen Stadtregierung, eine zusätzliche Tiefgarage inmitten der Grazer Altstadt unter dem Brunnen am Eisernen Tor zu errichten. „Wir brauchen dringend Platz für Menschen, Grün- und Freiräume, Rad- und Fußwege, dafür hat die amtierende Stadtregierung zu sorgen“, so die Grüne Parteisprecherin.
 

Die Grünen schlagen daher vor, im Gegenzug zu jedem neuen unterirdischen KFZ-Stellplatz einen Stellplatz an der Oberfläche als Grünfläche oder für Rad- oder Fußwege umzuwidmen.

 „Das Eiserne Tor ist als Standort ungeeignet. Tiefgaragen sind vorstellbar, aber an Orten, an denen sie Sinn machen, wie an Knotenpunkten mit dem Öffentlichen Verkehr in den Außenbezirken oder als Konzept für mögliche AnwohnerInnen-Garagen“, 


erläutert Klubobmann Karl Dreisiebner die Haltung der Grünen. 

„Und eben nur dann, wenn im Gegenzug an der Oberfläche Platz gemacht wird. Wird für jeden neuen unterirdischen Autostellplatz ein Parkplatz für öffentliches Grün, Bäume oder Rad- und Fußwege umgewidmet, können wir allein mit den 600 geplanten Tiefgaragenplätzen eine Freifläche von rund 8000 Quadratmetern gewinnen“, so die Grünen. „Eine moderne Stadt muss Platz für die Menschen und umweltfreundliche Mobilität schaffen!“ 

UPDATE:

In der Gemeinderatssitzung am 21.September haben wir das von Bürgermeister Nagl favorisierte Projekt einer Tiefgarage mitten in der Innenstadt zur Debatte gestellt und unsere Forderungen noch einmal formuliert. Diese lauten:

  • keine Tiefgarage mitten in der Innenstadt und mitten in der FUZO
  • eine Bedarfsprüfung, ob und wo neue Tiefgaragen in Graz überhaupt sinnvoll sind
  • für jeden neu errichteten unterirdischen Parkplatz die Begrünung oder sonstige alternative Nutzung eines Parkplatzes an der Oberfläche

Alle Argumente zählen offensichtlich nichts mehr, wenn Bürgermeister Nagl sich für eine Tiefgarage als neue Touristenattraktion begeistert. Unser Antrag wurde von ÖVP und FPÖ im Gemeinderat ohne tiefergehende Diskussion abgelehnt. Das ist sicher nicht das letzte Kapitel in dieser Causa, die Zeit drängt. Allem Anschein nach steht die Projektbeauftragung durch die schwarz-blaue Koalition unmittelbar bevor.

Update aus dem Gemeinderat

​Wir wollen vor einer möglichen ersten Beschlussfassung im Gemeinderat zur Tiefgarage am Eisernen Tor von Bürgermeister Nagl mehr Details bezüglich diesem Bauprojekt.

Bevor das Tiefgaragen-Projekt überhaupt in den Gemeinderat kommt oder gar Planungsmittel in die Hand genommen werden, sind einige Fragen dringend zu klären:

  • Ist die geplante Stapelgarage überhaupt fürs Kurzparken geeignet? 
  • Welche Umweltfolgen sind durch dieses Projekt zu erwarten? Wie wirkt sich die Garage auf die Luftqualität und den Autoverkehr in Graz aus?
  • Sind die angepriesenen Möglichkeiten der Tiefgarage überhaupt realistisch? 
  • Wie sieht es mit historischen Artefakten am Eisernen Tor aus und was würden diese für die  Bauarbeiten einer solchen Garage bedeuten? Bevor hier gebaut wird, muss die Stadt durch entsprechende Voruntersuchungen Klarheit schaffen. 
  • Wie würde dieses Monsterprojekt den historisch gewachsenen Platz am Eisernen Tor verändern?

All diese Fragen wollen wir geklärt haben, heute im Gemeinderat haben wir wieder einen Anlauf dazu unternommen. ÖVP und FPÖ blieben uns auch diesmal jegliche Antwort schuldig. 

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