gruene.at
Navigation:
am 11. Mai

Sicher durch die Stadt radeln

Tamara Ussner - Wir wollen „Dooring“-Unfälle in der Stadt vermeiden.

Jeder zehnte Radunfall mit Verletzungsfolgen passiert durch Autotüren, die unachtsam aufgerissen werden. Dooring-Unfälle werden diese Unfälle genannt, bei denen RadfahrerInnen oft schwer verletzt werden und sogar schon zu Tode gekommen sind. Die Grüne Verkehrssprecherin Tamara Ussner bringt dieses wichtige Sicherheitsthema in die heutige Gemeinderatssitzung ein: „Diese Unfälle passieren vor allem deshalb, weil RadlerInnen zu wenig Platz haben, um sich sicher durch die Stadt bewegen zu können. Wenn wir aber wollen, dass mehr Menschen in unserer Stadt aufs Rad umsteigen, dann müssen wir entsprechende Maßnahmen bei der Infrastruktur setzen, um Radeln sicherer zu machen. Dieses Ziel haben wir schließlich schon 2010 mit den Verkehrspolitischen Leitlinien einstimmig im Gemeinderat beschlossen.“

Eine umfassende Analyse jener Stellen im Grazer Radwegenetz, wo besonders oft diese Dooring-Unfälle passieren, ist eine der Grünen Forderungen. Darüber hinaus soll Verkehrsstadträtin Elke Kahr damit beauftragt werden, geeignete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um diesen Unfällen vorzubeugen.

„Wir müssen hier das Rad nicht neu erfinden, Beispiele aus anderen Städten wie Groningen zeigen uns, wie es gehen kann. Neben Bodenmarkierungen, Hinweisschildern und einen größeren Abstand zwischen Parkspuren und Radwegen geht es auch darum, AutofahrerInnen stärker ins Bewusstsein zu rücken, besser auf den Radverkehr zu achten“, so Ussner.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen im Detail:

  • Dutch Reach“: Dieser Begriff beschreibt eine in den Niederlanden entwickelte Strategie, bei welcher FahrschülerInnen lernen, die Autotüre mit jener Hand zu öffnen, die nicht auf der Seite der Türe liegt. Dadurch dreht sich der Oberkörper beim Öffnen der Türe mit und herannahende RadlerInnen werden nicht so leicht übersehen.
  • Abstand einhalten: Der von der Radlobby empfohlene Mindestabstand von RadfahrerInnen zu parkenden Autos beträgt 1,3 Meter. Eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung, die darauf abzielt, einerseits den empfohlenen Abstand einzuhalten und andererseits die Aufmerksamkeit von AutofahrerInnen zu steigern, kann dazu beitragen, Dooring-Unfällen vorzubeugen.
  • Kampagnen und Bewusstseinsbildung: ARGUS Steiermark und auch der ÖAMTC haben bereits versucht, das Thema Dooring im Zuge von Kampagnen zu kommunizieren. Doch es braucht eine kontinuierliche Aufklärung, um Unfälle zu minimieren. Dies kann durch Kampagnen erfolgen oder durch das Sichtbarmachen des Problems durch entsprechende Schilder und Bodenmarkierungen.
  • Bodenmarkierung „Sharrow“: Diese Art von Bodenmarkierung beschreibt einen Fahrradstreifen, der mit ausreichendem Abstand zum Parkstreifen am Boden aufgezeichnet ist. In der Zinzendorfgasse zum Beispiel ist das nicht der Fall: Durch die hohe Anzahl an RadlerInnen und den geringen Platz, der ihnen zugestanden wird, passieren dort immer wieder Dooring-Unfälle.
„Wenn es gelingt, diese Maßnahmen rasch umzusetzen, dann wird auch das Radeln in Graz sicherer werden!“
Fahrrad und Radweg

Update: die Abstimmung im Gemeinderat

ÖVP und FPÖ ist mehr Sicherheit für RadlerInnen offenbar kein Anliegen, sie stimmten gegen den Antrag. Verkehrsstadträtin Elke Kahr hat dennoch angekündigt, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu prüfen.

Mach die Welt grüner. Werde Mitglied - button.