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am 7. April 2016

Schutzsuchende in Mariatrost

Mariatrost Bezirksredaktion - Unser Bezirk wird Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen, ein erstes Quartier geben. Reflexartig verbreitet die FPÖ irreführende Informationen und sät Angst. Das zerstört das gute Miteinander in unserem Bezirk. Wir wollen mit dieser Information den Angstmachern entgegentreten und sinnvolle Maßnahmen für Zusammenhalt in unserem Bezirk aufzeigen.

Menschenkette (schmal)

Wer sind unsere neuen NachbarInnen?
Warum sind sie hier?

Ab Mai 2016 warten 70 bis 80 Menschen (wahrscheinlich vorwiegend aus Syrien, dem Irak und Afghanistan) in Mariatrost auf den Ausgang ihres Asylverfahrens. Unsere neuen Nachbarinnen und Nachbarn sind daher ausschließlich Personen, die in Österreich Asyl beantragt haben und zum Asylverfahren zugelassen wurden. In dem Verfahren wird geprüft, ob die AsylwerberInnen Anspruch auf Schutz nach der Genfer Konvention in Österreich haben.

Bekommen asylwerbende Personen zu viel Geld?
AsylwerberInnen haben keinen regulären Zugang zum Arbeitsmarkt und keinen Anspruch auf Mindestsicherung. Sie erhalten in der sogenannten „Teil-Selbstversorgung“ einmal im Monat 110 Euro für Verpflegung, 40 Euro Taschengeld sowie eine Wohnmöglichkeit. Im Mariatroster Quartier werden mehrere Küchen eingerichtet, damit die Menschen sich selbst versorgen können.

Kommen nur Männer?
Nein, auch Frauen und Kinder sind unter den Asylsuchenden. Die zukünftigen BewohnerInnen der ehemaligen Gastwirtschaft „Zur Einkehr“ sind voraussichtlich Erwachsene und Familien mit Kindern.

Angst und Unsicherheit
Manche MariatrosterInnen machen sich wegen des neuen Quartiers Sorgen um ihre Sicherheit und die Sicherheit ihrer Kinder. Doch gerade aus Angst um die Sicherheit ihrer Kinder flüchteten viele Schutzsuchende nach Europa: Sie sind froh, dem Krieg entkommen zu sein, und wollen niemanden bedrohen. Natürlich gibt es auch unter schutzsuchenden Menschen kriminelle Personen. Deren Anteil ist jedoch weder größer noch kleiner als bei der österreichischen Bevölkerung. Laut Polizeistatistik wurde Österreich im Jahr 2015 sogar sicherer!

Zahlen und Fakten …
… beruhigen kaum jemanden, der Angst hat. Zu viele – oft unwahre – Gerüchte und schaurige Begebenheiten über Schutzsuchende fanden sich in den letzten Monaten auf Titelseiten und in massenhaft verbreiteten Internetberichten. Sollten diese Berichte Vorbehalte oder Angst auslösen, ist das nachvollziehbar. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wer denn jetzt wirklich nach Mariatrost kommt – und die neuen NachbarInnen ganz einfach kennenzulernen.

Begegnung baut Ängste ab
Wer die BewohnerInnen des Quartiers kennenlernen möchte, hat ab Mai die Möglichkeit dazu: Die Caritas als Betreiberin wird Begegnungen ermöglichen.

Wir laden alle Bewohnerinnen und Bewohner unseres Bezirkes dazu ein, diese Einladung wahrzunehmen und sich ein konkretes Bild zu machen, bevor endgültige Urteile zum neuen Quartier gefällt werden.

Tatsächlich gibt es auch eine Reihe von weiteren Maßnahmen, um das gute Zusammenleben im Bezirk zu stärken.

Gemeinnützige Tätigkeit
Eine Möglichkeit, damit AsylwerberInnen aktiv werden können – und das zum Nutzen aller MariatrosterInnen –, ist die sogenannte „Gemeinnützige Beschäftigung“ im Rahmen von Tätigkeiten für Bund, Land, Quartiergeber oder Gemeinde. Bezirksvorsteher Erwin Wurzinger verfügt hier über große Expertise und kann unseren zukünftigen NachbarInnen ermöglichen, in diesem Rahmen tätig zu werden, zum Beispiel in Form von Aktivitäten wie Putzaktionen, Bezirksverschönerungen, Markierung von Wanderwegen, Erhaltung der Sportanlagen des JSV Mariatrost oder Arbeit im laufenden Betrieb des Eislaufplatzes. Die gemeinnützige Tätigkeit wird in Österreich von tausenden Schutzsuchenden gerne angenommen.

Echte Willkommenskultur erzeugt Sicherheit
Unsere Willkommenskultur bedeutet, dass tausende ÖsterreicherInnen sich in Zeiten zunehmender Individualisierung wieder aktiv in ihren Heimatgemeinden für gutes Zusammenleben engagieren.
Unsere Willkommenskultur bedeutet, dass Menschen, die in Österreich Schutz und Zukunft suchen, rasch Arbeit und Wohnung bekommen sowie niemandem zur Last fallen, sondern sich positiv einbringen können und Perspektiven haben.
Unsere Willkommenskultur bedeutet, dass sich „zuagroaste“ und „alteingesessene“ Jugendliche und Erwachsene gemeinsam gegen Rassismus und Ausgrenzung einsetzen, anstatt auf Hassprediger und religiöse Extremisten hereinzufallen.
Unsere Willkommenskultur ermöglicht einen Austausch von Kulturerfahrungen und beflügelt Weltinteresse.
Und wenn junge unbegleitete Schutzsuchende nicht wissen, wie man sich im Schwimmbad verhält, ermöglicht unsere Willkommenskultur ihnen, das leichter zu lernen.

Willkommenskultur und respektvolle Begegnungen von Menschen sind die wirksamsten Mittel gegen Extremismus und Hass. Echte Willkommenskultur ist das Werkzeug, diese Krise zu meistern.

Wir können im Mai damit beginnen, der Welt und dieser Stadt zu zeigen, dass Integration und gutes Zusammenleben gelingen können.
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