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am 27. Juli 2013

Stolpersteine – Gedenken für Opfer des Nationalsozialismus

Daniela Grabe - Endlich wurden auch in Graz die ersten Stolpersteine verlegt!

Stolpersteine sind kleine Steinquader, die in den Boden eingelassen werden – in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, die in der NS-Zeit ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden oder von sogenannten “Arisierungen” betroffen waren. Die Messing-Oberseiten der Stolpersteine tragen Namen und Lebensdaten der Opfer und die Inschrift: “Hier wohnte” oder “Hier wirkte”. Sie wurden vor den letzten freiwilligen Wohn- oder Wirkungsstätten der Opfer in das Gehweg-Pflaster eingelassen. 

Insgesamt konnten in Graz die ersten 18 Stolpersteine verlegt werden.
Stolpersteine Gedenken

Die beiden ersten erinnern an Adolf und Melanie Lachs, die in der Volksgartenstraße lebten, 1939 aus Graz vertrieben und 1942 bzw. 1944 im KZ ermordet wurden. Besonders berührend waren die Worte von Thomas Lachs, der über das Schicksal seiner Großeltern und seine jahrelangen vergeblichen Versuche, eine Gedenktafel am Haus in der Volksgartenstraße 18 zu initiieren, erzählte.

Die Stolpersteine wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig entwickelt, der die Gedenksteine in Graz auch selbst verlegte, wie in vielen anderen deutschen und einigen österreichischen Städten zuvor. Zahlreiche Grazer und Grazerinnen nahmen an der Verlegung teil.

Weitere Stolpersteine wurden beispielsweise für den Widerstandskämpfer Richard Zach, das Krankenmordopfer Klementine Narodoslavsky und für den Wehrdienstverweigerer und Zeugen Jehovas Karl Endstrasser verlegt.

„Ein breiter Weg bis zur Umsetzung“

Mehrere Jahre Anlauf waren nötig, um das Projekt Stolpersteine endlich auch in Graz realisieren zu können. Gelungen ist dies schließlich über den “Verein für Gedenkkultur in Graz”, der von der Grünen Gemeinderätin Daniela Grabe und Sabine Maurer vom Grazer Komitee für christ­lich-jüdische Zusammenarbeit gegründet wurde.

„Seit 2008 habe ich immer wieder Anträge und Anfragen an den jeweils zuständigen Kulturstadtrat gestellt, aber außer Verweise auf Budgetknappheit, Vertröstungen und der Zusicherung, dass die Stadt eigene Projekte initiieren wird, ist nichts passiert.

Ich bin sehr froh, dass wir es heuer, im Gedenkjahr an 75 Jahre der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich, endlich geschafft haben, dieses beeindruckende Gedenkprojekt auch nach Graz zu bringen“, so Daniela Grabe.

Mit Unterstützung von Kulturstadträtin Lisa Rücker, die das Thema Gedenkkultur auch in Zukunft in der Stadt Graz verstärkt fördern wird, ist nun der erste Schritt getan. „Das Schöne an diesem Projekt ist, dass es verborgene, ganz persönliche Schicksale endlich wieder sichtbar macht und nachhaltig die wichtige Auseinandersetzung mit der dunklen Seite der Grazer Stadtgeschichte fördert“, so Lisa Rücker.

Wie geht es nun weiter?

„Das Projekt Stolpersteine ist natürlich kein abgeschlossenes. Es wird laufend von uns betreut. Vorschläge für weitere Stolpersteine werden bei uns im Verein gesammelt und dann dementsprechend neue Steine verlegt“, so Daniela Grabe zu den weiteren Plänen des Vereins für Gedenkkultur.

Informationen über die Biografien aller Opfer, derer gedacht wird, sowie Kontakt für Rückfragen, Stolperstein-Vorschläge etc. unter: www.stolpersteine-graz.at

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