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03.02.2010 12:35
Standards in der Arbeit mit Drogenkranken
das Resümee zur Enquete
Auf reges Interesse stieß die von GR Heinz Baumann organisierte Enquete "Standards in der Arbeit mit Drogenkranken“, die am 2. Februar stattfand. Fünf hochkarätige ReferentInnen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zeigten auf, welche positiven Auswirkungen die Errichtung eines Drogenkonsumraums auf die Gesundheit und die soziale Situation von DrogenkonsumentInnen hat. Weiters wurden die jetzt schon bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen zur Errichtung eines Drogenkonsumraums ausführlich dargestellt.
Die ReferentInnen aus Münster und Basel, Städte in denen schon seit mehreren Jahren Drogenkonsumräume existieren, legten differenziert die Auswirkungen dieser Einrichtung auf verschiedenen Ebenen dar:
- Kriminalitätspolitik: Drogenkonsumräume haben keinen negativen Einfluss, ganz im Gegenteil. Die Szene ist besser beobachtbar und der Drogenhandel besser kontrollierbar.
- Ordnungspolitik: Drogenkonsumräume verringern den Drogenkonsum im öffentlichen Raum. Das bedeutet weniger Spritzen an belasteten Plätzen und führt zu einer hohen Zufriedenheit von AnrainerInnen.
- Gesundheitspolitik: Durch die Möglichkeit des Drogenkonsums unter hygienischen Bedingungen wurden HIV- und Hepatits C Ansteckungen verringert. Drogenkonsumräume sichern eine bessere ärztliche Versorgung der Drogenkranken (Wunderkrankungen, Allgemeiner-krankungen).
- Sozialpolitik: Drogenkonsumräume verbessern den Zugang zu schwer Erkrankten. Dadurch können psychosoziale Hilfestellungen besser angeboten, Vereinsamung und Verelendung hintangehalten und Ausstiegsinformationen und -hilfen angeboten werden.
ExpertInnen anderer Drogenhilfeeinrichtungen, vor allem aus dem therapeutisch-, abstinenzorientierten Bereich, die zahlreich im Publikum vertreten waren, unterstützten die Idee eines Drogenkonsumraums einhellig.
Klaus Schwaighofer
In einer abschließenden Podiumsdiskussion mit StadtpolitikerInnen (Vizebürgermeisterin Lisa Rücker, Gesundheitsstadtrat Wolfgang Riedler, , Gemeinderätin Verena Ennemoser) gelang es, dem für die Errichtung eines Drogenkonsumraums unbedingt erforderlichen politischen Konsens ein Stück näher zu kommen. Enttäuschend war jedoch die Positionierung des Polizeivertreters Sicherheitsdirektor Klamminger, der trotz des offensichtlichen Versagens einer Drogenpolitik, die sich auf rein repressive Maßnahmen stützt, bei seiner abwartenden bis abwehrenden Haltung blieb.
Hubert Wimber
Insgesamt zieht GR Heinz Baumann jedoch ein äußerst positives Resümee: „Die Enquete ermöglichte eine fachlich fundierte und qualitätsvolle Diskussion und trug zu einer Entemotionalisierung des Themas Drogen und Sucht bei. Mit der Caritas steht in Graz ein erfahrener Träger zur Verfügung, der im Rahmen des bestehenden Angebots (Kontaktladen) einen Drogenkonsumraum als Pilotprojekt führen kann. Wir Grüne werden am Thema dran bleiben und die Diskussion voran treiben. Die durchgehend positiven Pressemeldungen und die Erfahrungen in anderen Städten zeigen, dass die Bevölkerung hier weitaus aufgeschlossener ist als Teile der Politik.“
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