DIE GRÜNEN

WELLEN SCHLAGEN

Presseaussendung vom  12. Juni 2012: Positiver UVP-Bescheid für Grazer Staustufen-Projekt bei objektiver Prüfung undenkbar!

Unsere Mur. Unsere Entscheidung.

Welle

Wasser erfrischt, entspannt, löscht unseren Durst, spendet Leben, gibt uns Energie und hat etwas Meditatives, besonders wenn es fließt.

Wir sind in Österreich wahrlich vom Glück gezeichnet. Nicht nur, dass wir reichlich mit bestem Trinkwasser versorgt sind, wir können mit unseren Wasserkraftwerken auch noch wertvolle elektrische Energie erzeugen. Bevor wir noch so eine Staustufe bauen, sollten wir uns aber die Frage stellen, ob wir die zusätzliche Energie überhaupt brauchen.

Wollen wir wirklich Lebensräume zerstören, nur um noch mehr Energie zu verschwenden, als wir es jetzt schon tun, – Lebensräume für Pflanzen, für Tiere und auch für uns Menschen?

 Wellen Schlagen_Wasser
Das beruhigende Rauschen, das Erholungssuchende derzeit auf ihrem Weg neben der Mur begleitet, würde durch die Mur-Staustufe Graz nicht mehr hörbar sein. Die Fließgeschwindigkeit würde auf 0,3 m pro Sekunde verringert werden und somit um 90 % langsamer als der natürliche Fluss sein. Das heißt, dass es sich oberhalb des Staudamms um ein beinahe stehendes Gewässer handeln würde und die Verringerung der Fließgeschwindigkeit bis in die Grazer Innenstadt deutlich spürbar wäre. Ohne millionenteure Begleitmaßnahmen würde sich die Wasserqualität dadurch deutlich verschlechtern. Die Anhebung des Wasserspiegels um 3 Meter würde für viele Menschen bedeuten, dass sie unter dem Wasserspiegel leben müssten.

 Die Errichtung der mehr als 3 Meter hohen Dämmen von der Staumauer nördlich der Puntigamer Brücke bis zur Seifenfabrik würde den Menschen die Sicht auf den Fluss nehmen und außerdem das fragile Gleichgewicht des Grundwasserspiegels zerstören.

Für Generationen würde der Bau der Mur-Staustufe Graz den Verlust des Landesflusses und des natürlichen Ökosystems der Mur bedeuten.

Wellen schlagen - Natur

Derzeit begleitet ein dichter Baumbestand das Murufer, der den Rad- und Spazierwegen entlang des Flusses wohltuenden Schatten spendet. Sollte in Graz eine Staustufe gebaut werden, würde sich dieser Freizeit- und Naherholungsraum massiv verändern:

Um die Dämme entlang der Mur zu bauen, müssten mehr als 8.000 Bäume geschlägert werden. Zusätzlich würden durch den Anstieg des Wasserspiegels die Wurzeln der verbleibenden Bäume permanent ins Wasser ragen, was sie langsam verfaulen und innerhalb von wenigen Jahren absterben lassen würde. Bis neu gesetzte Bäume in vergleichbare Höhe wachsen und ebenso viel Sauerstoff produzieren, würde es 30 bis 60 Jahre dauern. Der Grünkorridor der Mur würde dadurch auf lange Zeit verloren gehen. Und somit die Mur als „Frischluftmühle der Stadt“.

Der massive Eingriff in die Vegetation würde nicht nur viele Pflanzenarten verdrängen, sondern auch viele Tierarten würden dadurch ihren Lebensraum und ihre Wanderrouten entlang der Mur verlieren. Ebenso wie mehr als hunderttausend Singvögel ihre natürlichen Brutplätze.

Wellen schlagen - Strom
Die Mur-Staustufe Graz würde uns nicht von Atomstrom- oder Gasimporten unabhängig oder gar energieautark machen. Sie würde nur 0,8 % des jährlichen steirischen Stromverbrauchs decken. Das entspricht dem Stromverbrauch von nicht einmal einer halben Woche pro Jahr. Experten bestätigen, dass die Mur-Staustufe keine Alternative zu Atomkraftwerken ist. Es würde durch den Betrieb der Staustufe keine einzige importiere Kilowattstunde Atomstrom eingespart werden. Und gerade im Winter, wo die meiste Energie benötigt wird, führt die Mur zu wenig Wasser, um effizient Strom zu erzeugen.

Alternativ dazu kann durch nachhaltige Energiegewinnung wie solare Warmwasseraufbereitung oder Photovoltaik ebenso viel Energie erzeugt werden, wie die Staustufe produzieren würde. Durch einen landesweiten Austausch von elektrischen Heizungen durch Fern- und Solarwärme könnte die Staustufe sogar fünf Mal eingespart werden. Mit Investitionen in gleicher Höher in die thermische Sanierung könnten nicht nur ebenso viel Strom eingespart, sondern auch mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze geschaffen werden.
Wellen schlagen - Alternativen

Ökologische als auch ökonomische Nachhaltigkeit ist viel eher durch Investitionen in Effizienz-Maßnahmen zu erreichen. Das modernste Kraftwerk der Welt, das „Einsparkraftwerk“ hat keine Schornsteine, keine Emissionen und keinen gefährlichen Reaktoren. Durch sinnvolle Einsparungen können wir auf einfache Art einen Energieüberschuss erzeugen. Etwa mithilfe verbesserter Technologien – wie z.B. energieeffizienten Geräten – können wir unseren Energieverbrauch senken, ohne unsere Lebensqualität dabei einzuschränken. Allein die Vermeidung des Standby-Energieverbrauchs aller Steirerinnen und Steirer reicht aus, um die gesamte Energie, die die Staustufe erzeugen würde, einzusparen.

Durch solch einfache Schritte könnten wir nicht nur effizient die Umwelt schonen, sondern auch unsere Geldbörsen. Wenn in neue Energiegewinnung investiert werden soll, wäre das der ökologisch nachhaltigere Weg. Gemeinsam können wir diese Potentiale nutzen und eine lebendigen Mur für Menschen, Tiere und vor allem für unsere nachkommende Generationen erhalten.

WELLENSCHLAGEN

1
Redaktion

Veröffentlicht am 20. Juni 2011


Bezirk: Graz

line
1
1

Eines von 95 Projekten in Graz.

1
Sozialberatung
oe1
Frauenbericht 2013
Rettet die Bienen