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DA: Unterstützung von ehrenamtlichen Initiativen hinsichtlich Räumlichkeiten

Gemeinderatssitzung am 19.10.2017

Dringlicher Antrag eingebracht von die Grünen - ALG durch GRin Manuela Wutte, MA
 

In der Stadt Graz genießen Ehrenamt und freiwilliges Engagement einen großen Stellenwert. Nicht zuletzt äußert sich das in der für den 26.10. angesetzten großen Feier für alle Ehrenamtlichen im Grazer Gemeinderatssaal. Ehrenamtliche Tätigkeiten sind vielfältig, weil sich engagierende Menschen unterschiedliche Schwerpunkte setzen wollen und für unterschiedliche Themen „brennen“.

Große NGOs wie die Caritas oder das Rote Kreuz können ihren ehrenamtlichen MitarbeiterInnen relativ problemlos Infrastruktur wie Räumlichkeiten, aber auch Weiterbildungsangebote und Unterstützung durch hauptamtliche MitarbeiterInnen anbieten. Kleinere NGOs und selbstorganisierte Initiativen verfügen aber über keinerlei finanzielle Ressourcen, um Miete und Betriebskosten für ein Büro bezahlen zu können. Das führt dazu, dass viele engagierte Personen und Vereine auf der Suche nach leistbaren Räumlichkeiten sind, in denen Plena abgehalten werden können, aber auch Infomaterial gelagert werden kann. Aktuell sind beispielweise Attac Graz, Greenpeace, Amsel, die Initiativenplattform steiermark.gemeinsam.jetzt, die Grazer Gemeinwohlökonomie-Gruppe, das Forum Urbanes Gärtnern und System Change not Climate Change auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten.

Mehrere Ansätze sind denkbar, um diese und unzählige andere GrazerInnen, die viel Herzblut in ihr jeweiliges freiwilliges Engagement stecken, zu unterstützen:

Erstens können über Zwischennutzungen zusätzliche Räume für Initiativen gefunden werden. Erst in der letzten Gemeinderatssitzung stand das Thema Leerstand – damals mit Fokus auf die Schaffung leistbaren Wohnraums – zur Diskussion. Die Aktivierung von Leerstand und die Möglichkeiten der Zwischennutzung für Initiativen werden bereits in einigen europäischen Städten als wichtige Instrumente der Stadtentwicklung eingesetzt. So gibt es beispielsweise in Wien und Bremen sehr erfolgreiche Zwischennutzungsagenturen. Zwischennutzungsagenturen übernehmen eine koordinierende Funktion und beraten  EigentümerInnen und potentielle NutzerInnen. Diese Form der Leerstandsaktivierung wurde in Graz zwar in Pilotprojekten erprobt, ist aber noch nicht langfristig abgesichert.  Neben der finanziellen Unterstützung braucht es hier auch ein inhaltliches Bekenntnis der Stadt für Leerstandsaktivierung: Wenn die Stadt sich hinter diesen Ansatz stellt, sind auch EigentümerInnen leerstehender Objekte leichter für die Idee zu begeistern.

Zweitens könnte die Stadt Graz interessierten Initiativen und NGOs zu günstigen Konditionen eigene Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Eine dritte Möglichkeit wäre es, die Mitnutzung von Räumen großer Träger und Institutionen zu ermöglichen. Hier wäre die Unterstützung und Vermittlung der Stadt sehr wertvoll.

Daher stelle ich namens der Grünen – ALG folgenden  

Dringlichen Antrag

1.) Stadtrat Hohensinner als zuständiger Stadtrat für die Agenden Soziales, Jugend und Bildung sowie der für Kultur aber auch für die städtischen Immobilien zuständige Stadtrat Günter Riegler werden ersucht, möglichst breit VertreterInnen ehrenamtlicher Initiativen zum Gespräch einzuladen, um einen Überblick über deren Raumbedarf zu bekommen. Danach werden verschiedenen Optionen der Bereitstellung von Räumlichkeiten geprüft und das Ergebnis mit den Initiativen diskutiert.

2.) Die Stadt Graz bekennt sich ausdrücklich zur Wichtigkeit von Leerstandsaktivierung und Zwischennutzung und strebt einen Ausbau des Angebots unter Einbindung der Grazer Zwischennutzungsagentur an.


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