Programm
Wahlprogramm Gemeinderatswahl 2008
Und zum Hören in einzelne Kapitel. Das Vorwort spricht Lisa Rücker, der übrige Text wird von Katharina Götzl gesprochen.
- Vorwort
- Stadtökologie
- Stadtplanung und Stadtentwicklung
- Mobilitaet und Verkehr
- Menschenrechte
- Migration und Integration
- Sozial- und Gesundheitspolitik
- Frauen- und Gleichstellungspolitik
- Kinder und Jugend
- Bildung und Schule
- Kunst und Kultur
- Wirtschaft und Arbeit
- Wohnen
- Kommunale Demokratie
- Regionale Zusammenarbeit
- Budget und Finanzen
Jugendprogramm GR-Wahl 2008
Selbstverwaltetes Kulturzentrum
In Wien, Maribor, Berlin oder Amsterdam sind sie fixer Bestandteil des Stadtbildes: Freiräume. Räume und Areale, die allen Menschen – unabhängig von Alter und sozialem Status – für künstlerische, soziale oder kulturelle Aktivitäten offen zur Verfügung stehen. Das wollen wir Grüne auch für Graz. Die Stadt besitzt leer stehende Wohnungen, Geschäftslokale und ganze Gebäude, die für ein offenes, selbstverwaltetes Kulturzentrum optimal genutzt werden können. Wir arbeiten daran, dass diese Räume kreativen Menschen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für uns Grüne sind Menschen mehr als nur KonsumentInnen. Sie haben ein Recht auf Nutzung des städtischen Raums, der nicht nur Banken, Geschäften und Lokalen gehört.
Integration in der Schule
Junge MigrantInnen haben es oft besonders schwer in unserer Gesellschaft. Mangelnde Sprachkenntnisse, Vorurteile gegenüber AusländerInnen und eine „Ghettoisierung“ in bestimmten Stadtteilen verhindern Integration, die nur in einer offenen und toleranten Gesellschaft funktionieren kann. Wir Grüne werden jugendlichen MigrantInnen gleiche Chancen auf Bildung und Arbeit ermöglichen. Dafür brauchen sie bereits vom Kindergarten an spezielle Unterstützungsangebote. Vor allem in der Schule werden wir durch spezielle Integrationsmaßnahmen ihre Entwicklungsmöglichkeiten und auch das gegenseitige Verständnis im interkulturellen Zusammen-leben stärken.
Günstige Öffis für junge Menschen in Ausbildung
Für Jugendliche in Ausbildung und für StudentInnen gibt es zwar ermäßigte Fahrkarten, diese gelten jedoch nur für den Weg zur Ausbildungsstätte. Für alle weiteren Fahrtstrecken müssen wieder extra Tickets gelöst werden. Damit Bim, Bahn und Bus für Jugendliche auch in der Freizeit leistbar werden, setzen wir Grüne uns für billigere Tickets für jene ein, die in Ausbildung sind oder nur ein geringes bzw. gar kein Einkommen haben.
Leistbares Wohnen
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbstständigkeit ist es, eine eigene Wohnung zu haben. Die Mieten in Graz sind aber für viele junge Menschen in Ausbildung, aber auch für diejenigen, die bereits arbeiten und in unsicheren Jobs wenig verdienen, viel zu hoch. Auch das Angebot an Wohnbauförderungen und Studierendenheimen kann den derzeitigen Bedarf an günstigem Wohnraum nicht abdecken. Durch eine Erhöhung des Budgets für den Wohnbereich, werden wir Grüne das Angebot für leistbares Wohnen in Graz massiv ausbauen.
Mehr Platz für Mädchen
Gut ausschauen, fleißig und brav sein, gehorchen, für Haushalt und Familie sorgen und die eigenen Bedürfnisse hinten anstellen: Dieses Rollenbild wird noch immer vielen Mädchen anerzogen. Auch in den Schulen und im öffentlichen Raum (z.B. auf Sportplätzen oder in Parks) kommen Mädchen mit ihren speziellen Bedürfnissen oft zu kurz. Die bestehenden Angebote an Jugendzentren oder Sport- und Freizeiteinrichtungen werden vor allem von jungen Migrantinnen nicht angenommen, da ihr kultureller Hintergrund ein Zusammensein mit gleichaltrigen Burschen verbietet. Für in Graz lebende Mädchen wollen wir Grüne ein eigenes Mädchenzen-trum schaffen, das ihre speziellen Bedürfnisse und Stärken im Alltag und in der Arbeitswelt fördert.
Jugendparlament für Graz
Was Jugendliche wollen, wissen sie selbst am besten. Als StadtbewohnerInnen und künftige „Steuer- und PensionszahlerInnen“ sind sie massiv von allen politischen Entscheidungen betroffen, können diese aber nur teilweise beeinflussen. Sie können nun zwar ab 16 Jahren wählen, weitere Mitbestimmungsmöglichkeiten fehlen aber. Wir Grüne fordern deshalb die Einführung eines Jugendparlaments, das wie das Grazer Kinderparlament, ein eigenes Budget bekommen soll und dessen Beschlüsse von der Grazer Stadtregierung berücksichtigt werden.
Mehr Lehrstellen in Graz
Immer mehr junge Menschen, die eine Lehre beginnen wollen, bekommen aufgrund des zu geringen Angebots keinen Lehrplatz. Für viele, vor allem kleine Unternehmen, ist es nämlich billiger, „fertige“ Arbeitskräfte einzustellen, als Jugendliche auszubilden und dabei auf den Jugendschutz Bedacht nehmen zu müssen. Eine der raren Lehrstellen in Graz zu bekommen, ist besonders für junge MigrantInnen schwer. Daher fördern wir Grüne jene Unternehmen, die zusätzliche Lehrstellen in Graz schaffen.
Coming out
Herauszufinden, worauf mann/frau „steht“, ist vor allem für Jugendliche nicht ganz so einfach. Wenn junge Menschen erkennen, dass sie schwul oder lesbisch sind oder im „falschen“ Geschlecht stecken, sind damit meist viele Fragen, Sorgen und Unsicherheiten verbunden. Vor allem die Frage nach dem Outing in der Familie, im FreundInnenkreis oder in der Schule können viele Jugendliche alleine nicht bewältigen. Umso wichtiger ist es uns Grünen, Beratung, Aufklärung und Unterstützung, speziell in der Schule, zu fördern.
Mehr Nachtbusse
Am Abend oder in der Nacht ist es für Jugendliche oft kompliziert, von einem Ort zum anderen zu kommen. Vor allem unter der Woche kann schon eine Kino-Spätvorführung oder ein Konzertbesuch dazu führen, dass Bus und Bim nicht mehr fahren und ein teures Taxi die einzige Möglichkeit ist, sicher nach Hause zu kommen. Noch unangenehmer ist die Situation für junge Menschen aus den Umlandgemeinden von Graz, die schon nach 21 Uhr meist keinen Bus mehr nach Hause haben. Daher setzen wir Grüne uns für die Einführung von Nachtbussen, die von Donnerstag bis Samstag bis in die Umlandgemeinden fahren, ein.
Suchtbekämpfung
Stress in der Schule, Probleme in der Familie, Gruppenzwang oder fehlende Zukunftsperspektiven: Es gibt viele Gründe, warum Jugendliche süchtig werden. Uns Grünen ist es daher wichtig, dass alle Formen von Sucht – egal, ob legale oder illegale Drogen, Spielsucht oder Bulimie – als Krankheit betrachtet werden und nicht als „Fehlverhalten“ der Betroffenen, das bestraft werden muss. Wir wollen den Ausbau der bereits vorhandenen, vorbeugenden Schutzmaßnahmen für Süchtige – insbesondere an Schulen, in Jugendzentren und im Jugend-Streetwork-Bereich.
Barrierefreie Schule
Jugendliche mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung haben spezielle Bedürfnisse. In welche Schule sie gehen wollen, können sie aber nicht immer danach entscheiden, welche Fähigkeiten sie haben. Denn sie sind abhängig davon, ob Schulen barrierefrei gebaut sind und ein entsprechendes Betreuungsangebot haben. Damit eine Integration in der „Regelschule“ funktionieren kann, muss sie barrierefrei sein und müssen zusätzliche, speziell ausgebildete LehrerInnen zur Verfügung stehen. Wir Grüne fördern daher alle Maßnahmen, die beeinträchtigten Jugendlichen den Schulbesuch ihrer Wahl ermöglichen.
Offene Sport- und Freizeitplätze
Immer noch gibt es Bezirke in Graz, die über keine Bezirkssportplätze oder andere öffentliche Sport- und Freizeiteinrichtungen verfügen. Viele Jugendliche müssen durch die halbe Stadt fahren, wenn sie Fußball oder Tennis spielen, skaten oder sich mit FreundInnen treffen wollen. Dabei gibt es viele Schulsportplätze, große Parkplätze bei Einkaufszentren oder Vereinsanlagen, die auch abseits der Öffnungszeiten genutzt werden könnten. Die dafür nötigen Kosten für PlatzwärterInnen und Instandhaltung soll die Stadt übernehmen. Wir Grüne sind für eine Öffnung dieser Plätze für Jugendliche.



