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am 12. Dezember 2017

5 Punkte für ein lebenswertes Griesviertel

- Gries kann mehr.

Der Griesplatz - Platz der vergebenen Chancen

​Seit 20 Jahren ist der Griesplatz der Platz der vergebenen Chancen. Schon 1997 titelte die Kleine Zeitung „Stadt stürzt sich nun auf Trambau in den Südwesten!​", 1998 hieß es dann: „Das Konzept steht!"​.

In der Zwischenzeit gab es Beschlüsse im Gemeinderat zum Straßenbahnausbau über den Griesplatz (2007) und für einen Gestaltungswettbewerb Griesplatz-NEU mit BürgerInnenbeteiligung (2015), sowie einen konkreten Planungsbeschluss ​für die Straßenbahnlinie Südwestund die Innenstadt-Entflechtung (2011).​

2017 - 20 Jahre nach den ersten Medienberichten - warten die Bewohnerinnen und Bewohner rund um den Griesplatz noch immer auf eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Sie leben mit einer der höchsten Feinstaubbelastungen in der Stadt, kaum Grünraum und einer stetig wachsenden Verkehrslawine.

  • Die Straßenbahn über den Griesplatz wurde von ÖVP, FPÖ und auch der nunmehr zuständigen Verkehrsstadträtin Elke Kahr in diesem Jahr abgesagt.
  • Stattdessen wurde das Verfahren für den Bau einer neuen Stadtautobahn durch die Josef-Huber-Gasse eingeleitet. 
Grünes 5 Punkte Programm für Gries


  • Sofortiger Stopp des Projekts Stadtautobahn Josef-Huber-Gasse
  • Wiederaufnahme der Planungen und Umsetzung der Straßenbahnanbindung über den Griesplatz
  • Platzgestaltung des Griesplatz und Eindämmung des Transitverkehrs
  • Sichere Radwegverbindungen zwischen Stadtzentrum und Gries
  • Start einer Grünraumoffensive

Unsere 5 punkte im detail:

Sofortiger Stopp des Projekts Stadtautobahn Josef-Huber-Gasse
​Bürgermeister Nagl plant das nächste Mega-Verkehrsprojekt auf Kosten der Gesundheit der Grazerinnen und Grazer. Mit einer neuen Hochleistungsstraße, die die Südbahnlinie unterquert, soll der gesamte Autoverkehr aus Reininghaus aber auch aus der West- und Südweststeiermark durch das Griesviertel mitten ins Zentrum von Graz geschleust werden. 

Die neue Stadtautobahn wird täglich tausende Autos mehr durch die Josef-Huber-Gasse, die Rösselmühlgasse und über den Griesplatz führen. 20 Millionen Euro sollen in dieses Projekt gepumpt werden, während die schon lange geplante Straßenbahn über den Griesplatz nach Wetzelsdorf aus finanziellen Gründen abgesagt wurde.

Beschlossen wurde das Projekt 2014 mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, FPÖ und KPÖ. Derzeit läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung als erster Schritt zur Realisierung dieses Mega-Verkehrsprojektes. 

Wir fordern eine Rücknahme des Projektes aus diesem Verfahren und die Umwidmung der vorgesehenen Mittel für den Straßenbahnausbau. 

WIEDERAUFNAHME DER PLANUNGEN UND UMSETZUNG DER STRASSENBAHNANBINDUNG ÜBER DEN GRIESPLATZ

Kein Verkehrsprojekt wurde so oft beschlossen, geplant und wieder über Bord geworfen, wie die Straßenbahnanbindung des Griesplatzes. Seit über 20 Jahren wird den Menschen in Gries eine Linienführung über den Platz versprochen.

Am weitesten war das Projekt als die Grüne Verkehrsstadträtin Lisa Rücker die Planungen für eine Linie über den Griesplatz und die Rösselmühlgasse bis nach Wetzelsdorf bereits beauftragt hatte. 2013 legte ihr Nachfolger Verkehrsstadtrat Eustacchio diese wieder auf Eis. Im Juni 2017 setzten Bürgermeister Nagl und Verkehrsstadträtin Kahr nun den endgültigen Dolchstoß für die Bim in den Gries. Das Projekt wurde gänzlich abgesagt

Die Straßenbahnanbindung an den Griesplatz und ihre Weiterführung über Don Bosco und Reininghaus bis nach Wetzelsdorf ist die einzige Chance für eine Verkehrsberuhigung und eine Verbesserung der Lebensqualität der Menschen im Gries.

PLATZGESTALTUNG DES GRIESPLATZ UND EINDÄMMUNG DES TRANSITVERKEHRS

Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des öffentlichen Raumes - insbesondere am Griesplatz - durch gestalterische Maßnahmen und ansprechende Platzgestaltung sowie durch politische Förderung sozialer und wirtschaftlicher Impulse der Aktiven und der UnternehmerInnen vor Ort. 

Weiterführung und Abschluss der BürgerInnenbeteiligung im Griesviertel sowie Veröffentlichung der Ergebnisse aus dem Prozess.

Ausschreibung und Durchführung des Gestaltungswettbewerbs für den Griesplatz auf Basis der Ergebnisse aus dem BürgerInnenbeteiligungsprozess.

Bauausschreibung und Umbau Griesplatz gemeinsam mit dem Bau der Straßenbahnlinie Südwest und der Innenstadt-Entflechtungslinie Elisabethinergasse (Ziel: Durchführung asap; Fertigstellung bis 2022).

Bekenntnis der Stadt Graz zur Priorisierung des stadtverträglichen Verkehrs i.S. der Verbesserung der Erreichbarkeit für ÖV, Rad- und Fußverkehr im Bezirk Gries sowie Bekenntnis für eine gute Erreichbarkeit des Griesplatz für AnwohnerInnen, Gewerbetreibende und KundInnen mit dem Auto, dem ÖV, mit dem Fahrrad und zu Fuß.

Erarbeitung eines Verkehrskonzepts für den Grazer Westen mit dem Ziel, den Durchzugsverkehr am westlichen und südwestlichen Stadtrand abzufangen bzw. auf die Gürtelstraßen zu konzentrieren. Ziel muss die Reduktion der Durchfahrtsmengen und der Durchfahrtsgeschwindigkeiten in den Wohngebieten des Gries sowie am Griesplatz sein.

SICHERE RADWEGVERBINDUNGEN ZWISCHEN STADTZENTRUM UND GRIES

Herstellung und Verbesserung der Querungsmöglichkeiten am Griesplatz in Ost-West- sowie in Nord-Süd-Richtung für den Rad- und Fußverkehr.

Öffnung der Griesgasse für Radverkehr in beide Richtungen. 

Herstellung einer sicheren Rad-Verbindung durch die Brückenkopfgasse sowie durch die Zweiglgasse mit tauglichen und verkehrssicheren Anschlussmöglichkeiten nach Westen (Rösselmühlgasse, Oeversee-Park, Geriatrie, City-Park etc). 

Radverbindung entlang der Rösselmühlgasse und der Josef-Huber-Gasse sowie Schaffung bedarfsorientierter Nord-Süd-Querungen in diesen Straßen für den Rad- und Fußverkehr.

Bei allen genannten Radverkehrsmaßnahmen ist selbstverständlich parallel die Verbesserung der Qualitäten für FußgängerInnen mit zu planen und mit umzusetzen.

START EINER GRÜNRAUMOFFENSIVE

Erwerb des derzeit gepachteten Oeverseeparks sowie Erweiterung des Oeverseeparks in Richtung der Rösselmühle.

Schaffung von wohnortnahen Parks und Grünanlagen im dicht verbauten Gries - durch Ankäufe, Pachtverträge und Abtretungen bei Bebauungsplan-Projekten für Pocket-Parks. 

Pilotprojekt Stadtwäldchen auf den Gewerbeflächen nordwestlich der Gürtelturm-Kreuzung.

Verkehrsberuhigung und Rückbau in Nebenstraßen: Wohnstraßen mit temporären Spielzonen sowie Schaffung von kleinen Grünzonen im Straßenraum.

300 zusätzliche Straßenbäume in den nächsten zehn Jahren.

Update aus dem Gemeinderat

Wir haben in der Gemeinderatssitzung am 14.12. 2017 von Bürgermeister Nagl gefordert, einen Runden Tisch zur Verbesserung der Situation am Griesplatz einzuberufen. Dazu sollen alle für die Materie relevanten Ämter und Abteilungen eingeladen werden, also die Stadtbaudirektion, die Abteilungen für Verkehrsplanung, für Stadtplanung sowie für Grünraum und Gewässer, weiters die Stadtsenatsmitglieder sowie alle im Gemeinderat vertretenen Parteien, der Bezirksrat Gries, aktive Bürger*innen und Teilnehmende am Beteiligungsprozess sowie der Migrant*innenbeirat.​

ÖVP und FPÖ haben kein Interesse die Situation am Griesplatz zu verbessern. Unsere Anfrage bezüglich eines Runden Tisches mit allen beteiligen Parteien und Ämtern wurde abgelehnt, damit bleibt der Griesplatz weiterhin ein Platz der vergebenen Chancen. Aber wir kämpfen weiter für ein lebenswertes Griesviertel.

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